Verkehrsgerichtstag spricht sich für Alkohol-Interlock-Programm aus – DVW begrüßt die Empfehlung für mehr Verkehrssicherheit

Goslar, 25. Januar 2019: Auf dem 57. Deutschen Verkehrsgerichtstag hat sich der „Arbeitskreis V“ für die Einführung von Alkohol-Interlock-Programmen und die Durchführung eines entsprechenden Modellversuchs ausgesprochen. Alkoholsünder, die für dieses Programm geeignet sind, behalten ihren Führerschein, müssen aber eine Wegfahrsperre in ihrem Fahrzeug haben, die erst nach einem negativen Atemalkoholtest entriegelt wird. In Verbindung mit einer verkehrspsychologischen Begleitmaßnahme, werden somit Fahrten unter Alkoholeinfluss verhindert.

Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und Bundesminister a.D.: „Das Alkohol-Interlock-Programm kann eine wirksame Ergänzung zu den bestehenden Maßnahmen sein, wenn wir es richtig anpacken. Gerade in Verbindung mit einer psychologischen Begleitung können wir viele Alkoholfahrten nachhaltig verhindern. Die Empfehlung des Verkehrsgerichtstags geht für mich in die richtige Richtung.“

Der Modellversuch soll für erstmalig auffällige Alkoholsünder offenstehen, die im strafrechtlich relevanten Bereich bis 1,59 Promille beim Fahren erwischt wurden. Um teilnehmen zu können, müssen sie eine qualifizierte medizinisch-psychologische Eingangsuntersuchung durch einen neutralen Sachverständigen bestehen.

Viel diskutiert wurde im Arbeitskreis über die juristischen Hürden, um den Einsatz des Sytems rechtlich abzusichern, da gesetzliche Anpassungen vorgenommen werden müssten. Einig waren sich die Teilnehmer allerdings bei der Ausweitung der Maßnahme in bestimmten Bereichen. So sprach sich der Arbeitskreis für den europaweit verpflichtenden Einbau von Alkohol-Interlock-Geräten im gewerblichen Personen- und Güterverkehr aus, da hier ein erhöhtes Gefahrenpotential herrscht.

Bodewig: „Die Gefährdung durch Alkohol am Steuer kennt keine nationalen Grenzen. Ich finde es daher nur richtig, dass wir präventive Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit auch europaweit durchsetzen – gerade für ein Transitland wie Deutschland.

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Heiner Sothmann
Heiner Sothmann
Pressesprecher
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