Vision

Eine Frage vorab: Wie viele Verkehrstote und Schwerverletzte würden Sie in Ihrer Familie und in Ihrem Freundeskreis akzeptieren?

Die „Vision Zero“ beschreibt eine Verkehrsgestaltung und Verkehrsverhalten, nach dem es keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr gibt. In dieser Vision spiegelt sich auch das Credo der Verkehrswacht: „Verkehrssicher in allen Lebensphasen“, und zwar unabhängig davon, wie man unterwegs ist: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder motorisiert. 

Nach diesem Verständnis ist die Vision Zero ein Handlungskonzept, das im Übrigen schon von mehreren Ländern verfolgt wird. In Deutschland wurde es im Koalitionsvertrag 2018 erstmals festgeschrieben.

Die Präventionsarbeit der Verkehrswacht ist auf die Vision Zero als Ziel orientiert. Das sieht man sowohl in ihren Projekten als auch in ihren Stellungnahmen: Die Sicherheit kommt immer zuerst – Menschenleben ist nicht verhandelbar. Da es so ist, und damit die Vision Zero Wirklichkeit wird, braucht es jeden Einzelnen. Zwar sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaft als starke Player aufgefordert, in ihren Mobilitätsstrategien und Verkehrskonzepten, ihren infrastrukturellen Planungen und technischen Entwicklungen sich entsprechend zu verhalten, doch gestalten das Geschehen auf der Straße letztendlich die Verkehrsteilnehmer; und keiner kann in der konkreten Verkehrssituation seine persönliche Verantwortung an eine übergeordnete Instanz abgeben. 

Zuerst der Mensch und seine Sicherheit – wenn alle diesen Grundsatz ernst nehmen und danach entscheiden und handeln, kann die Verkehrsunfallstatistik bald besser ausfallen. Was in der Arbeitswelt möglich ist – die sich nach Vision Zero organisiert – ist auch im Straßenverkehr machbar.  

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