Seniorinnen und Senioren – Unfallstatistik

Im Jahr 2020 verunglückten 46.205 Menschen ab 65 Jahren im Straßenverkehr. 11.948 von ihnen wurden dabei schwerverletzt, 894 starben.

Unfälle sind seltener, aber schwerwiegender

Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil verunglücken Menschen ab 65 Jahren seltener bei Verkehrsunfällen als jüngere. Sie sind jedoch überproportional häufig in schwere Verkehrsunfälle verwickelt. So lag ihr Anteil an allen Verunglückten im Jahr 2020 bei 14,0 Prozent. Bei den Verkehrstoten waren es jedoch 32,9 Prozent. Damit gehörte jeder dritte Verkehrstote zu dieser Altersgruppe.

Besonders gefährdet waren die über 75-Jährigen, denn aufgrund nachlassender körperlicher Widerstandskraft sind die Folgen von Verkehrsunfällen mit zunehmendem Alter gravierender.

Im Jahr 2020 bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückte ab 65 Jahren:

Quelle: Destatis: Unfälle von Senioren im Straßenverkehr 2020

Typische Unfallursachen

Typische Unfallursachen der Verkehrsteilnehmenden ab 65 Jahren waren

  • zu Fuß Fehler beim Überschreiten der Fahrbahn,
  • mit dem Rad und Pedelec die falsche Straßenbenutzung,
  • mit dem Auto Fehler beim Abbiegen, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren sowie Vorfahrtsfehler,
  • mit Motorrädern nicht angepasste Geschwindigkeit und Abstandsfehler.

Sofern im Jahr 2020 über 64-Jährige als Autofahrende an einem Unfall beteiligt waren, trugen sie in zwei Drittel (68,7 Prozent) der Fälle die Hauptschuld daran. Bei den ab 75-Jährigen waren es sogar drei von vier unfallbeteiligten Autofahrerenden (76,0 Prozent), denen die Hauptschuld am Unfall zugewiesen wurde.

Aktiver Lebensstil und Unfallrisiko

Im Jahr 2018 veröffentlichte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) eine Studie zu Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr, die einen Zusammenhang des Lebensstils älterer Autofahrender und ihrer Unfallgefährdung zeigte. So haben laut Studie besonders die älteren Autofahrenden ein erhöhtes Unfallrisiko, die einen sehr aktiven Lebensstil haben und Abwechslung und Spaß suchen.

Internationale Studien weisen zudem darauf hin, dass das Alter allein kein erhöhtes Unfallrisiko bedeutet. Das ändert sich jedoch, wenn krankheitsbedingte Einbußen der Leistungsfähigkeit nicht mehr durch eine entsprechende Anpassung des Verhaltens kompensiert werden können.


IHRE ANSPRECHPARTNERIN

Karin Müller
Projektreferentin
karin.mueller@verkehrswacht.de

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